Das Weihnachtsfest



Wir wissen, dass das Fest der Geburt Jesu Christi zumindest seit 336 n. Chr. gefeiert wird. Die Terminierung auf den 25. Dezember, dem eigentlichen Weihnachtstag, erfolgte wohl in der christlichen Umdeutung heidnischer Sonnenwendfeste, wie etwa dem Fest des römischen Sonnengottes Sol Invictus, das zum gleichen Termin gefeiert wurde.

Die christlichen Kirchen feiern an diesem Tag die Geburt Christi, als dem wahren Licht der Welt. Nach antiker Tradition beginnt der Festtag schon mit dem Sonnenuntergang des Vortages, dem Heiligen Vorabend.  Im 8. Jhd. wird das Fest weiter entfaltet und erhält mit dem Stephanustag seinen 2. Feiertag. 


Festtage


Heiligabend – Christmette (24. Dezember)

Für viele Familien bildet die nächtliche Christmette am Heiligen Abend den Mittepunkt des Weihnachtsfestes und des gesamten Kirchenjahres. Allenfalls die theolgisch eigentlich wichtigere Osternacht hat eine ähnliches Gepräge. Vielerorts wird diese ursprünglich um Mitternacht gehaltene Mette feierlich mit festlicher Musik und Krippenspiel gestaltet. Eine Handreichung, wie Sie diesen Abend in der Familie gestalten können, finden Sie auch im neuen Gotteslob Nr. 26.

Weihnachtsevangelium: (Lk 2,1-14):

In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen. Dies geschah zum erstenmal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien. Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.  So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.  Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.  Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft, und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war. In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde. Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr, der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll: Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt. Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach: Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.

1. Weihnachtstag (25. Dezember)

Die römisch-katholische Kirche – wie auch die evangelische und Teile der orthodoxen Kirche - feiert offiziell am 25. Dezember das "Hochfest der Geburt des Herrn". Der 1. Weihnachtstag steht üblicherweise im Zeichen der Familie. In den Schrifttexten werden in Fortsetzung des lukanischen Weihnachtsevangeliums die Hirten, die zur Krippe kommen bedacht. Ein zwieter Fokus liegt auf dem Johannesprolog: Gott wird Mensch – wie es war verheißen von altersher.

Johannesprolog: (Joh, 1-18)

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.  Im Anfang war es bei Gott. Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.  In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen. Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfaßt. Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.  Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen. Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.  Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt. Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht. Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf. Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,  die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind. Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

2. Weihnachtstag - Stephanustag (26. Dezember)

Der 2. Weihnachtsfeiertag bildet zwar festtagsmäßig die Fortsetzung der Weihnachtsfeierlichkeiten, stellt inhaltlich jedoch den Erzmärthyrer Stephanus in den Mittelpunkt. Er gilt als erster, von dem überliefert wird, dass er für sein Bekenntnis zu Christus mit dem Leben bezahlen musste. Mit ihm wird deutlich: Christsein erfüllt sich in der Nachfolge.

 

Brauchtum


Krippe

Seit dem 11. Jhd. finden wir den Brauch der Krippendarstellung des Weihnachtsgeschehens. Als geistiger Vater gilt der Heilige Franz von Assisi, von dem erzählt wird, dass er zur Veranschaulichung seiner Predigt das Weihnachtsgeschehen mit Krippe und Jesuskind, Maria und Josef, sowie Ochs und Esel, nachstellte. Im Mittelalter entwickelten sich auf dieser Grundlage die Krippenspiele. Heute werden vielfach ganze Krippenlandschaften gestaltet, die im Laufe des Advents wachsen und am Dreikönigstag mit den Figuren der Sterndeuter / Könige zu voller Gestalt werden.

Tannenbaum und Weihnachtsstern

Der Tannenbaum geht auf vorchristliches Brauchtum zurück. Zur Wintersonnenwende wurden als Zeichen der Hoffnung grüne Zweige ins Haus geholt. Martin Luther und die Reformatoren griffen diesen Brauch auf und machten den Tannenbaum zum Symbol von Weihnachten schlechthin, das sich Ende des 19 Jhd. auch in den katholischen Gegenden durchsetzte.

Der Tannenbaum erinnert an den Baum des Lebens im Paradies und wird traditionell mit Äpfel, Nüssen und Gebäck behängt. Die Spitze ziert der Weihnachtsstern, der an den Stern erinnert, der die Weisen aus dem Morgenland zur Krippe führte.

Weihnachtsgeschenke

Vor allem für die Kinder hat sich Weihnachten zum Fest der Geschenke entwickelt. Die ursprünglich am Nikolaustag verortete Praxis der Bescherung hat sich mit der Reformation auf den Weihnachtstag verlagert. Man beschenkt sich aus Freude darüber, dass Gott seinen Sohn zu uns auf die Erde geschickt hat, bzw. in ihm Mensch geworden ist. Heute ist es in vor allem der als Familienfest begangene Heilige Abend, an dem man versammelt um Krippe und Tannenbaum einander mit Geschenken einen Freude macht.

Bericht: Dr. Robert Koczy

 

  

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger
Ergebnisse 4 - 6 von 6