St. Laurentius, Dittwar

Die Pfarrkirche St. Laurentius in Dittwar wurde von 1753 bis 1755 als Barockkirche errichtet und ist dem heiligen Laurentius von Rom geweiht. Sein Patrozinium ist der 10. August, welches mit einer Prozession in der Gemeinde gefeiert wird. 



Der Überlieferung zufolge war Laurentius als Diakon von Rom für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus II. hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius ausgepeitscht und aufgefordert, den Kirchenschatz innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius diesen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte eine Schar von Armen und Kranken, Verkrüppelten, Blinden, Witwen und Waisen und präsentierte sie als „den wahren Schatz der Kirche“ dem Kaiser. Der Hauptmann, vor dem Laurentius erschienen war, ließ ihn deswegen mehrfach foltern und dann auf einem glühenden Eisenrost hinrichten. Aus diesem Grund wird der Märtyrer mit dem Rost als Attribut dargestellt.
 
Diese Szene ziert den barocken Hochaltar der Dittwarer Laurentiuskirche sowie eine Sandsteinfigur des Hl. Laurentius über dem Hauptportal und eine Skulptur im Innenraum. An der Gibelfront ist die Jahreszahl 1754 an den eisernen Mauernankern (unterhalb der Kirchenuhr, zwischen dem einzelnen Rundfenster) abzulesen, wie auch in der Schriftkartusche über dem Hauptportal. Die Kirche ist ein stattlicher Putzbau mit Ecklisenen, geschweiften Volutengiebel und einem massiven Dachreiter als Glockenturm.
 
Das Schiff der Kirche besteht aus einem Raum mit dreiseitigem Chorabschluss, imposanten Hochaltar und schräggestellten Seitenaltären (links: Marienaltar; rechts: Josefsaltar) und einer Kanzel. Die Dittwarer Laurentiuskirche verfügt unter anderem über mehrere barocke Portale, einer dekorativen barocken Ausstattung, einem Kreuzweg und im Kirchraum verteilte Einzel-Skulpturen verschiedener Stilepochen. Im dreiseitigen Altarraum befindet sich rechts und links je ein Reliquienschrein, auf der linken Chorwandseite eine gotische Sakramentsnische aus der Zeit um 1500 aus rotem Sandstein eingelassen mit schmiedeeisernem Gitter. In die rechte Chorwandseite ist eine Grabinschrift mit der Darstellung des auferstandenen Christi eingelassen.
 
Links vom Hochaltar ist der kelchförmige Taufstein aus rotem Sandstein mit barocker Taufgruppe als Beckenabschluss aufgestellt. Über dem Haupteingang befindet sich eine zweigeschossige Orgelempore. Auf der ersten Empore befindet sich eine Orgel von Wilhelm Schwarz & Sohn aus dem Jahre 1905, deren Prospekt bis zur Kirchendecke reicht. Das Instrument hat 17 Register auf zwei Manualwerken und Pedal.
 
Der Glockenstuhl verfügt über ein dreistimmiges Geläut:
  • Glocke 1: Marienglocke mit der Aufschrift: Ave Maria;
  • Glocke 2: Laurentiusglocke mit der Aufschrift. Hl. Laurentius und Hl. Kilian, bittet für uns;
  • Glocke 3: Josefsglocke mit der Aufschrift: St. Josef ora pro nobis, übersetzt: Heiliger Josef, bitte für uns.
Die Glocken 1 und 2 wurden im Jahre 1950 von der Glockengießerei Gebrüder Rincker in Sinn gegossen. Die Glocke 3 stammt aus dem Jahre 1925 von dem Glockengießer Störmer in Erfurt. In der Melodielinie erklingt das Te Deum-Motiv. In der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg erhielt die Laurentiuskirche neue Kirchenglocken. Von diesen ist heute noch Glocke 3 aus dem Jahre 1925 erhalten. Nach dem Zweiten Weltkrieg folgten zwei weitere Glocken, die im Jahre 1950 gegossen wurden und seitdem ein dreistimmiges Geläut bilden. Seit 2012 befindet sich im Kirchturm in Zusammenarbeit mit der NABU-Ortsgruppe Tauberbischofsheim je einen Brutkasten für Schleiereulen und Turmfalken.

Eine enge Verbundenheit der Gemeindemitglieder besteht zur Kreuzkapelle
 
Quellen: Chronik der Gemeinde Dittwar, 1986, Neuauflage 2019;
Stefanie Lotter / Juni 2020
 

 

Pfarrkirche:
Erbaut 1754

Ausstattung: u. a.
gotisches Sakramentsnische,
virtuose Hochaltarkomposition,
Orgel von Wilhelm Schwarz & Sohn (1905)

Glockengeläut

Adresse:
Laurentiusstr. 6
97941 Tauberbischofsheim - Dittwar



Bildergalerie zur Laurentiuskirche