lm Jahre 1927 gründete Maria Benedikta Föhrenbach in Freiburg i. Br. die Ordensgemeinschaft der Benediktinerinnen der hl. Lioba. Sie haben ihre Wurzeln in der Aufbruchszeit nach dem 1. Weltkrieg, nachdem sich bereits in den 20er Jahren engagierte Frauen zusammengeschlossen hatten, um im Geist des kontemplativen Betens apostolisch in der Gesellschaft zu wirken. Als die Ordensgemeinschaft 1927 offiziellen Status erhielt, wurde sie als Form benediktinischen Lebens errichtet, in der ein monastischer Tagesablauf mit sozial-caritativem Einsatz verbunden ist. lm Sinn des ,,ora et labora“ (,,bete und arbeite“) wird der Tag bestimmt durch Chorgebet, hl. Messe, Meditation und Dienste in verschiedenen Arbeitsbereichen inner- und außerhalb der Schwesterngemeinschaft. Die Einsatzgebiete richten sich ganz nach den ,,Nöten der Zeit”.
In Tauberbischofsheim, der Stadt der heiligen Lioba wurde 1936 im sog. ,,Klösterle" eine Niederlassung gegründet, die im Oktober 2007 wegen des Nachwuchsmangels der Gemeinschaft nach über 70 Jahren aufgegeben werden musste - für Tauberbischofsheim ein schmerzlicher Verlust. Seit 1930 gab es zahlreiche Bemühungen, an der Tauber wieder ein Kloster unter dem Patronat der hl. Lioba zu errichten. Es war ein mühsames Unterfangen, bis die Schwestern schließlich im Sommer das neue ,,Klösterle” beziehen konnten.
lm Jahr des 1100jährigen Jubiläums der Heiligsprechung Liobas, 836 / 1936, konnte im Rahmen festlicher Tage die kanonische Errichtung des neuen Liobaklosters gefeiert werden. Es war der 11. Oktober 1936. Erzbischof Conrad Gröber übergab zusammen mit Priorin Maria Benedikta Föhrenbach und Stadtpfarrer Erich Weick vier Schwestern das Haus. Die Frauen der ersten Stunde waren als Oberin Schwester Roswitha Prötzl, Schwester Gebharda Föhrenbach, Schwester Angela Schlegel und Schwester Carola Mayer.
Die letzten drei Liobaschwestern in Tauberbischofsheim:
Sr. Maura, Sr. Hieronyma, Sr. Angela-Maria
Zentrale Aufgabe der Schwestern war, im Gebiet des Bezirkes Tauberbischofsheims, in den damaligen Dekanaten Lauda, Krautheim und Tauberbischofsheim die Mädchen- und Frauenseelsorge zu leiten. Dazu wurde eine „Bezirksstelle für Seelsorgehilfe und Caritas“ geschaffen. Die Arbeit war von Vorträgen und Schulungen geprägt, aber auch von ganz praktischen Hilfeleistungen. Weitere Aufgabenschwerpunkte waren die Hauspflege und Familienhilfe. Die Nähe zu den Menschen brachte die Schwestern während der Zeit des Nationalsozialismus in harte Bedrängnis und Verfolgung.
Die unmittelbare Nachkriegszeit war vor allem durch den Einsatz für die Vertriebenen und vielen Notleidenden geprägt. In der Volkskirche und bei der Schulspeisung gab es unzählige Kontakte zwischen den Schwestern und den Menschen der Umgebung.
Die unmittelbare Nachkriegszeit war vor allem durch den Einsatz für die Vertriebenen und vielen Notleidenden geprägt. In der Volkskirche und bei der Schulspeisung gab es unzählige Kontakte zwischen den Schwestern und den Menschen der Umgebung.
Die Zeit des Wirtschaftsaufschwungs und die gravierenden Veränderungen in Kirche und Gesellschaft in der 2. Hälfte des vergangenen Jahrhunderts prägten auch das Leben und Wirken der Liobaschwestern: Sie waren im Pfarrbüro, in der Jugendarbeit, in der Bücherei, als Regionalfrauenreferentin, Lehrerinnen, Erzieherinnen, Schulleiterin tätig.
Zuletzt waren es vor allem das Gebet und die offene Tür für die Anliegen vieler Menschen, durch die ,,unsere” Liobaschwestern das Leben in der Stadt geprägt haben. Nach der Stilllegung des traditionsreichen Standorts an der Tauber wirken Liobaschwestern in Freiburg, Fulda, Mannheim, Villingen und Kloster Wald.
Textquelle: aus einem Flyer zur Hl. Lioba von Dr. Peter Zürcher








