Das Sanctus

In jeder Heiligen Messe singen wir als Fortsetzung der Präfation das Sanctus. Es gehört – wie das Kyrie, Gloria, Credo und Agnus Dei – zum Ordinarium, d.h. zu den textlich festgelegten und unveränderlichen Teilen (im Gegensatz zum Proprium, das dem Tag entsprechend angepasst ist und immer variable Texte enthält). Durch diese Wiederkehr des “Heilig, heilig, heilig”  in jeder Eucharistiefeier ist es uns sehr vertraut und doch lohnt es, sich darüber klar zu werden, woher das Sanctus stammt und was es aussagt.

In der Heiligen Schrift finden wir zwei Stellen, in denen es erwähnt wird (Jes. 6,3; Off. 4,8) - und zwar als Lobgesang der Engel vor GOTTES Thron! Wenn wir also in den Lobgesang der Engel einstimmen, wie es sinngemäß vorher in der Präfation heißt, so sind wir in diesem Gotteslob mit den Engeln vor GOTTES Thron verbunden (und ein “anderes” Loblied ist an dieser Stelle einfach unpassend).

Dieses Gotteslob ist es, was uns über die Erde hinaushebt, denn die Worte dieses ewigen Lobgesanges stammen nicht von Menschen. Durch unser Einstimmen wird eine Brücke geschlagen, denn die irdische Liturgie verbindet sich gleichsam mit der himmlischen. Und wenn es bestätigend noch einmal heißt: “Ja, du bist heilig, großer Gott .....” (2. und 3. Hochgebet) dann wird darin nochmals der Gedanke aufgegriffen, dass dieser Lobgesang des ganzen Universums die Heiligkeit und Allherrschaft unseres Gottes preist.
 
Bericht von KMD Michael Meuser