Liturgische Kleidung
Ein Blick hinter die Kulissen:
Der Priester trägt zur heiligen Messe folgende Gewänder
- geordnet nach der Reihenfolge beim Ankleiden -

Schultertuch:
Es ist ein rechteckiges Leinentuch mit Bändern zum Festbinden. Das Schultertuch umschließt den Hals. Damit bittet der Träger Gott darum, dass jedes Wort, das in der Liturgie seinen Mund verlässt, im Sinne Gottes - und nicht nur im Sinne des Sprechers - erfolgen soll.
Albe:
Die Albe ist das weiße Untergewand der Diakone, Priester und Bischöfe in der Messfeier. Es erinnert uns an das Taufkleid. Weiß ist die Farbe des Lichtes, das Zeichen für das göttliche Leben ist.
Zingulum:
Das Zingulum (deutsch: Gürtel) ist ein Strick, der doppelt genommen zum Raffen der Albe verwendet wird. Es erinnert daran, dass das Volk Israel das Paschamahl vor dem Auszug aus der ägyptischen Gefangenschaft gegürtet, das heißt, zum Abmarsch bereit, gegessen hat. Wenn der Priester der Liturgie gegürtet vorsteht, so ist das ein Zeichen dafür, dass Christen aufbruchbereit sind: Gott wird uns befreien aus allem Bedrängenden, wir halten uns für diese Befreiung bereit.
Stola:
Eine schmale Schärpe, die um die Schultern gelegt wird und Zeichen geweihter Amtsträger Diakone, Priester und Bischöfe ist. Wer die Stola trägt, handelt im Namen und Auftrag Christi und Kirche. Die Stola stammt zwar von der römischen Beamtenkleidung, hat aber auch einen biblischen Bezug: Sie wird als Bild für das leichte "Joch" Jesu aufgefasst, wer sie trägt, hat sich von Jesus einspannen lassen.
Kasel (Messgewand):
Das eigentliche Festgewand der Liturgie ist für den Bischof und den Priester die Kasel. Diese sagt durch ihre üppige Stoffmenge und ihre meist wertvolle Machart etwas über die Fülle des Lebens, die uns Gott verheißen hat. Die Kasel umhüllt seinen Träger: Seine Person tritt zurück hinter seiner Aufgabe und Rolle in der heiligen Feier, die er durch seine Weihe erhalten hat. Die Kasel symbolisiert auch die Liebe Gottes, die uns Menschen so umfängt wie die Kasel ihren Träger.
Sonstige Gewänder:
Talar und Soutane:
Es ist ein langes schwarzes Gewand und hat liturgisch keine Bedeutung, es soll lediglich die Straßenkleidung verdecken und so versinnbildlichen, dass wir vor Gott gleich sind, ohne Ansehen der sozialen Stellung usw.
Rochett:
Es ist ein weißes, meist verziertes hemdartiges Gewand. Er erinnert an das Taufkleid.
Velum:
Das Velum ist ein Stoffstreifen, der für den eucharistischen Segen verwendet wird.
Chormantel:
Bei feierlichen Andachten trägt der Priester den Chormantel. Es ist ein langer Umhang, der auch für Prozessionen verwendet wird.
Mitra und Stab:
Sie sind Zeichen des Bischofs und der Äbte (Klostervorsteher). Der Stab ist ein Hirtenzeichen: Dafür, dass sie für ihr Bistum sorgen wie ein Hirt für seine Herde.
Mini aktuell Nr. 2 / cwe




