Die Cholera in Dittigheim 1866
Im preußischen – österreichischen Krieg 1866 wurde die Gemeinde Dittigheim verschont. Aber es wurden kranke oldenburgische Soldaten einquartiert. Der Schwanenwirt gab ihnen auf Verlangen einen frischen Trunk. Dieser Akt der Nächstenliebe hatte fatale Folgen. Er wurde von der Cholera angesteckt und er starb unter großen Schmerzen am 17. August. Bis Ende September wurden 300 Personen angesteckt. 75 Einwohner von Dittigheim starben an der Cholera. Die Gemeinde Dittigheim wurde von der Umwelt abgeschottet. Keiner durfte die Gemarkung verlassen und niemand durfte das Dorf betreten.
Am 1. September wurde die Schwester Luziana Grathwohl von ihrem Mutterhaus nach Dittigheim zur Pflege der Cholera-Kranken geschickt. Auch sie starb am 14. September 1866 an dieser Krankheit. Ihr Grabstein auf dem Friedhof Dittigheim berichtet von ihrer christlichen Nächstenliebe.
Zum Gedenken an die Schwester Grathwohl und aller Verstorbenen wurde ein Versprechen gemacht, dass täglich um 4 Uhr nachmittags (16 Uhr) eine Glocke zum Gebet läutet. Das geschieht noch bis heute täglich. Außerdem findet am 2. Sonntag im September jährlich die Cholera-Prozession von der Pfarrkirche zum Friedhof statt.
Die Fotos zeigen den Grabstein mit der entsprechenden Text von der Cholera 1866.
Bericht: Emil Hönninger








