Das Sakrament der Weihe

Durch Berufungen werden Menschen von Gott in den Dienst genommen, um nach dem Vorbild Jesu zu leben, im Namen Jesu zu sprechen bzw. zu handeln und nach dem Beispiel Jesu für andere Menschen da zu sein.

Theologische Bedeutung: Das Sakrament der Weihe

Durch Berufungen werden Menschen von Gott in den Dienst genommen, um nach dem Vorbild Jesu zu leben, im Namen Jesu zu sprechen bzw. zu handeln und nach dem Beispiel Jesu für andere Menschen da zu sein. In diesem Sinne hat Jesus die zwölf Apostel und zweiundsiebzig andere Jünger berufen. Sie haben in seinem Auftrag die Frohe Botschaft verkündet und erste christliche Gemeinden gegründet. Bevor sie weiterzogen, haben sie Gemeindeleiter eingesetzt, durch Handauflegung und Gebet. In dieser Weise werden bis heute Bischöfe, Priester und Diakone geweiht.

Das Sakrament der Weihe hat drei Stufen: Diakonenweihe, Priesterweihe und Bischofsweihe. Entscheidender Vorgang dabei ist die Handauflegung und das Gebet, auf diese Weise haben schon die Apostel ihre Nachfolger eingesetzt. Hinzu kommen weitere symbolträchtige Rituale:
  • bei der Weihe zum Bischof die Salbung mit Chrisam und das Überreichen des Evangeliars und der Insignien
  • bei der Weihe zum Priester die Salbung mit Chrisam und das Überreichen von Brot und Wein für die Eucharistiefeier
  • bei der Weihe zum Diakon das Überreichen des Evangeliars

Bei der Weihe eines Bischofs wird dieser in das Kollegium der Bischöfe aufgenommen und übernimmt die Verantwortung für eine bestimmte Diözese sowie zugleich auch für die Gesamtkirche.
 
Das Weihesakrament wird durch den Bischof gespendet, indem er den Weihekandidaten einzeln die Hände auf den Kopf legt und das Weihegebet spricht. Manche nennen das Sakrament der Weihe auch das „Sakrament der verbindlichen Nachfolge“.

Priester und Diakone üben ihren Dienst als Mitarbeiter des Bischofs aus, der als Nachfolger der Apostel ein Bistum bzw. eine Diözese leitet. Der Kern dieses priesterlichen Dienstes besteht darin, im Auftrag Jesu Christi das Volk Gottes zu leiten, den Glauben zu verkünden und die Sakramente zu spenden.

Ablauf der Priesterweihe

Bei der Priesterweihe ziehen die Priesteramtskandidaten mit ihrem Spiritual (geistlicher Mentor), dem Bischof, den mitfeiernden Priestern sowie mit dem Regens (Leiter des Priesterseminars der Diözese) in die Kirche ein. Anschließend werden sie vom Bischof aufgerufen und erklären ihre Bereitschaft zur Weihe mit den Worten: „ad sum“ („Hier bin ich!“).

Danach beginnt der Wortgottesdienst. Im Anschluss an die Predigt geben die Weihekandidaten gegenüber dem Bischof das Gehorsamsversprechen und singen gemeinsam den „Heilig-Geist-Hymnus“. Daraufhin folgt das gemeinsame Beten der Allerheiligenlitanei, wobei die Kandidaten lang ausgestreckt mit dem Gesicht zum Boden vor dem Altar liegen.


Dann erfolgt die eigentliche Weihehandlung: Zuerst spendet der Bischof mit der Auflegung seiner Hände das Weihesakrament und spricht das Weihegebet. Danach legen auch alle mitfeiernden Priester den Neugeweihten in Stille die Hände auf, um sie in ihre Gemeinschaft aufzunehmen. Im Anschluss daran überreicht der jeweilige Heimatpfarrer das Priestergewand sowie die Stola. Dann salbt der Bischof den frisch Geweihten die Hände mit Chrisam und überreicht ihnen die Gefäße wie Hostienschale und Kelch. Einige Tage nach der Priesterweihe zelebriert der Neugeweihte seine erste heilige Messe im Priesterseminar und kurze Zeit später in seiner Heimatgemeinde. Diese wird „Primiz“ genannt.

Bei einer Bischofsweihe müssen mindestens drei Bischöfe dem Kandidaten die Hände auflegen. Wird ein Diözesanbischof geweiht, so übernimmt den Vorsitz der Weihehandlung normalerweise der Metropolit (Erzbischof) einer Kirchenprovinz, wohingegen bei der Weihe eines Weihbischofs der jeweilige Ortsbischof der Handlung vorsitzt.

Der Weihehandlung schließen sich die sogenannten ausdeutenden Riten an: Das Haupt des Bischofs wird gesalbt und anschließend, Ring, Mitra, Hirtenstab und Evangelienbuch überreicht.

Termine

Die Priesterweihe für unsere Erzdiözese findet in jedem Jahr im Freiburger Münster an einem Sonntag im Mai statt. Diese kann auch in einem Livestream im Internet verfolgt werden: Livestream (externer Link)

Nähere Informationen dazu und zu vielen anderen Themen finden Sie auf der Homepage der Diözese Freiburg: Erzdiözese Freiburg (externer Link)

Text: Seelsorgeteam TBB

 
  

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger
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