Erntedank – ein Fest des Dankes und des Teilens
(Erster Sonntag im Oktober)
Es ist ein guter Brauch, am Erntedankfest für die „Früchte der Erde“ des vergangenen Jahres zu danken. In vielen Gemeinden sind fleißige Hände Jahr für Jahr dabei, diese Früchte auch als „Erntedankaltar“ darzustellen und sichtbar zu machen. Viel Mühe und Kreativität steckt hinter diesem Kirchenschmuck, der in besonderer Weise zum Nachdenken anregen soll.
Vermutlich war der Dank für die Ernte eine der ersten kultischen Handlungen, die Menschen schon vor Jahrtausenden im Blick auf eine höhere Macht vollzogen haben. Von daher reicht der Ursprung des Erntedankfests bis in die vorchristliche Zeit zurück.
In der katholischen Kirche sind Erntedankfeste seit dem 3. Jahrhundert belegt. Erst 1972 jedoch legte die deutsche Bischofskonferenz den ersten Sonntag im Oktober als Festtermin fest, ohne diese Festlegung für alle Gemeinden verbindlich auszusprechen.
Der Termin für Erntedank ist in der Regel der erste Sonntag im Oktober. Viele Gemeinden feiern das Schöpfungsfest aber bereits im September. Offizieller Bestandteil des Kirchenjahres ist es aber bis heute nicht.
Gebet zu Erntedank
Allmächtiger Gott, du hast Himmel und Erde erschaffen. Du hast dem Weltall eine Ordnung gegeben, die wir erkennen und bewundern. Du hast den Menschen dazu bestimmt, sich die Erde untertan zu machen, sie zu bebauen und sie als treuer Verwalter deiner Güter zu bewirtschaften. Wir freuen uns heute über die Ernte dieses Jahres.
Segne diese Feldfrüchte, die wir dankbar aus deiner Hand empfangen haben. Lass auch die Armen und Hungernden den Reichtum deiner Güte erfahren und teilhaben an der Fülle deiner Gaben, indem du unser Herzen öffnest für die weltweite Not, die entsteht durch die ungerechte Verteilung der irdischen Güter.
In diesem Segensgebet kommt der Inhalt des Erntedankfestes zu Ausdruck: Wir wollen uns bewusst machen, was wir Gott verdanken und zugleich darum bitten, dass wir das, was wir von ihm erhalten, nicht für uns behalten, sondern anderen daran Anteil geben wollen.
Beide Aspekte sind schwer geworden in unseren Tagen. Oft vergessen wir, wie vielfältig die Gaben sind, die unser Leben bereichern und oft schauen wir auf unsere menschlichen Fähigkeiten und Verdienste und verlieren das „Unverdiente“, das von Gott Geschenkte aus dem Blick.
Segnung der Erntegaben
Dank für das, was uns an Nahrung und Lebensnotwendigem das Jahr hindurch geschenkt wurde; die Aufforderung, an die hungernden Menschen zu denken und für sie mitzusorgen; die Erinnerung, dass das irdische Mahl zeichenhaft auf das eucharistische Mahl hinweist.
Eine erfolgreiche Ernte ist nicht selbstverständlich. Ihr geht viel Arbeit voraus, und trotz aller Bemühungen kann es wegen Unwetter, Schädlingen oder außerordentliche Naturereignisse Ernteausfälle geben. In früheren Zeiten war dies nicht selten eine existentielle Frage. Wenn im Herbst die Ernte eingefahren und der Wintervorrat gesichert ist, wird darum auch heute noch gefeiert.
Am Erntedankfest werden wir daran erinnert, dass unsere menschlichen Anstrengungen nicht ausreichen, damit die "Früchte des Feldes" gedeihen. Deshalb steht der Dank gegenüber Gott, dem "Schöpfer aller Dinge" im Mittelpunkt unserer Feiern. Die „Ernte des Jahres“ lädt uns dazu ein, verantwortlich mit Gottes Gaben umzugehen. Dies bedeutet auch, dass das Teilen ein wesentlicher Aspekt des Erntedankfestes ist.
In unserer Seelsorgeeinheit
In unseren Gemeinden sind fleißige Hände Jahr für Jahr dabei, diese Früchte auch als „Erntedankaltar“ darzustellen und sichtbar zu machen. Viel Mühe und Kreativität steckt hinter diesem Kirchenschmuck, der in besonderer Weise zum Nachdenken anregen soll.
In den vergangenen Jahren haben wir bei den Erntedankgottesdiensten in den Gemeinden unserer Seelsorgeeinheit einen besonderen Akzent gesetzt und Erntedank als Fest des Dankens und des Teilens gefeiert.
Dies bedeutete in unserer Seelsorgeeinheit: In den Kirchen wurden große Körbe aufgestellt. Die Gemeindemitglieder waren eingeladen in der Woche vor und nach dem Erntedankgottesdienst Lebensmittel in den Korb zu geben. Diese Lebensmittel wurden dann der „Tafel des Caritasverbandes“ zur Weitergabe an bedürftige Menschen weitergeben.