Adventskonzert begeisterte

17.12.2024 | Das Licht der Hoffnung wurde musikalisch zum Leuchten gebracht

Das 30. Dittigheimer Adventskonzert begeisterte die Zuhörer

Weihnachten steht nicht für sich allein, sondern wird durch den Advent eingeleitet. Als Zeit der Vorbereitung ist der Advent gekennzeichnet durch Abwarten, Innehalten sowie Vorfreude auf die Geburt Jesu. Dem Motto „Gaudete – Freut euch!“ verschrieb sich passend zum dritten Adventssonntag auch das 30. Adventskonzert in der Dittigheimer Pfarrkirche St. Vitus.
 
Auch Dekan Holler näherte sich in seinen Begrüßungsworten der Bedeutung des dritten Adventssonntags. Die Zuschreibung „Gaudete“ für diesen Sonntag geht auf Apostel Paulus zurück, der den Menschen zurief: „Freut euch, denn der Herr ist nahe.“ Auch wenn viele Menschen in Zeiten multipler Krisen und individueller Sorgen und Nöte weniger Anlass zur Freude verspüren, so will Gott das Leben mit den Menschen teilen und immer für sie da sein. Wer diese Zuversicht auf die baldige Ankunft des Herrn in sich trage, so Dekan Holler, habe Grund zur Freude und nehme ein Licht der Hoffnung wahr.
 
Diesen Gedanken nahmen sich auch die vielen unterschiedlichen Akteure des Adventskonzerts zu Herzen, die ein abwechslungsreiches Programm in Musik und Text zusammengestellt hatten: Ulrike Lauer an der Orgel eröffnete mit dem „Adventpreludium“ von Cesar Bresgen, welches die unterschiedlichen Stimmungen des Advents widerspiegelte. Das phasenweise etwas melancholisch anmutende Stück erinnerte somit an die ersten beiden Adventssonntage zurück, die von Abwarten und Innehalten gekennzeichnet waren. Danach ging man begleitet von Orgel und Flöten über in das gemeinsame Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“, in das die Zuhörer kräftig einstimmten, um der „Güte hellen Schein weit in die dunkle Welt“ zu tragen.
 
Die Tauberflöten: Martin Breiter, Hannah Wild, Stephanie Mittnacht und Andreas Stößer (von links). 
Im Anschluss daran traten die Vitussingers mit zwei traditionellen Adventsliedern auf, die bereits zur schönen Tradition geworden sind, an Aktualität aber bis heute nichts verloren haben. Katharina Bähne (Gesang), Barbara Eckert (Gitarre und Gesang), Ulrike Lauer (E-Piano und Gesang) und Regina Zembsch (Klarinette und Gesang) trugen „Das Licht einer Kerze“ und „O Herr, wenn du kommst“ vor. Die beiden Lieder vertonen dabei die entscheidende Grundhaltung des Advents – das zuversichtliche Abwarten auf die Ankunft Jesus Christus als Retter, der das Licht bringt – in eingängigen, bekannten Melodien.

Martin Breiter, Stephanie Mittnacht, Andreas Stößer und Hannah Wild brachten als Ensemble Tauberflöten unter Begleitung von Ulrike Lauer an der Orgel die Triosonate in e-Moll von Johann Christian Schickhardt zur Aufführung. Dieses schöne barocke Werk mit Suitencharakter reiht fünf unterschiedliche Tänze aneinander, deren Tonfolgen von Bass-, Alt- und Sopranblockflöte ansprechend interpretiert wurden.
 
Der Singkreis Dittigheim mit dem Chor Taktvoll unter Leitung von Claudia Partzsch
Nach diesen Instrumentalklängen trug der Singkreis Dittigheim mit dem Chor Taktvoll unter Leitung von Claudia Partzsch drei Lieder vor. Das andächtig gesungene Stück „Dona Pacem, Domine“ von Luigi Cherubini, das vom ostinat wiederholten Ruf „Herr, gib uns Frieden“ getragen wird, kann hierbei als Kommentar zu den aktuellen Ereignissen verstanden werden. „A la nanita nana“, ein traditionelles Weihnachtslied, das als Wiegenlied zu Ehren des Jesuskindes gesungen wird, entführte die Zuhörer nach Hispanoamerika. Mit dem Lied „Weihnachtsgruß“, welches das Gedicht „Leise rieselt der Schnee“ von Eduard Ebel vertont, überzeugten die Sänger durch gefühlvollen und zarten Vortrag.
 
Einen entsprechenden adventlichen Impuls setzte die Geschichte „Vom kleinen Stern, der etwas Besonderes sein wollte“, die von den Dittigheimer Ministranten Amira Blankenburg, Clemens Schmitt und Jana Seitz gemeinsam mit Dorothea Braun in verschiedenen Rollen vorgetragen wurde. Die Botschaft der Geschichte strahlt dabei über den Advent und Weihnachten hinaus: Jeder ist etwas ganz Besonderes mit seinen verschiedenen Eigenschaften und Talenten, die er im Miteinander für andere einsetzt.
 
Im zweiten Teil des Konzertes brachten die Tauberflöten zwei unterschiedliche Stücke aus den Konzerten von Arcangelo Corelli zu Gehör, welche den festlichen Glanz und das Geheimnis von Weihnachten melodisch umsetzen und die Zuhörer durch langsame, aber auch beschwingte, freundliche Klänge auf Weihnachten einstimmten.
 
Katharina Bähne (Gesang) und Ulrike Lauer an der Orgel.
Katharina Bähne, begleitet von Ulrike Lauer an der Orgel, trug solistisch das bekannte Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ vor, welches ursprünglich gar kein Adventslied, sondern ein Wallfahrtslied war und erst durch die Jugendbewegung zu Beginn des 20. Jahrhunderts an Bekanntheit gewann. Mit „Jesu bleibet meine Freude“ von Johann Sebastian Bach folgte eine allseits bekannte Melodie aus der Adventskantate „Herz und Mund und Tat und Leben“. Dass sich wiederholende, freudige Choralmotiv drückt dabei das Vertrauen auf den Beistand und die Hilfe des nahenden Retters aus. Im Anschluss spielte Ulrike Lauer an der Orgel das Präludium in C-Dur von Johann Sebastian Bach, welches durch eine beschwingte, aufsteigende Melodiefolge die Freude des Gaudete-Sonntags fassbar machte.

Helmut Wolf, Geschäftsführer, und Schwester Maria-Regina Zohner, Erste Vorsitzende des Vereins der Freunde und Förderer des Caritas-Krankenhauses Bad Mergentheim stellen den Spendenzweck, das „Wunschmobil unterwegs“, vor.
Beistand und Hilfe möchten die Akteure des Adventskonzerts auch für andere sein. So geht der Spendenerlös des 30. Dittigheimer Adventskonzerts an das „Wunschmobil unterwegs“ des Vereins der Freunde und Förderer des Caritas Krankenhauses Bad Mergentheim e.V., das Schwerstkranken letzte Herzenswünsche erfüllt. Die erste Vorsitzende, Schwester Maria-Regina Zohner, und Geschäftsführer Helmut Wolf waren zum Konzert gekommen, um ihr Projekt vorzustellen. Wolf berichtete, dass Fahrten den Wünschewagen, einen speziell ausgestatteten Krankenwagen des Deutschen Roten Kreuzes, zum Beispiel bereits in den Wildpark, aber auch zu einer Familienfeier nach Isny im Allgäu geführt haben. Das gesamte Projekt werde ausschließlich über Spenden finanziert und durch ehrenamtliche Arbeit getragen. Schwester Maria-Regina stellte die Bedeutung dieser Fahrten für die Kranken in den Mittelpunkt: Die Erfüllung letzter Wünsche sei für die Kranken wie ein Hoffnungsschimmer in schwersten Zeiten und erreiche wie die Musik an diesem Abend die Herzen der Menschen direkt. Sie bedankte sich für die Großherzigkeit der Akteure und Zuhörer, die durch ihre Spendenbereitschaft das Projekt ermöglichen und Licht ins Dunkel bringen.
 
Zum Ende des Konzerts durfte es dann bereits ein bisschen Weihnachten werden: Kristina Greß trug solistisch moderne Fassungen der Lieder „Silent Night“ und „White Christmas“ von Bing Crosby vor und überzeugte dabei durch sichere Intonation, Rhythmus und sachte eingesetzter Koloratur. Mit dem gemeinsamen Adventslied „Tochter Zion, freue dich“ endete das Konzert.
 
Die Zuhörer in der vollbesetzten Pfarrkirche St. Vitus in Dittigheim belohnten die Akteure mit reichlich Applaus und waren sich einig: Das Licht der Hoffnung, welches sinnbildlich am dritten Adventssonntag entzündet wird, wurde durch das vielfältige, gut abgestimmte Programm des 30. Adventskonzerts musikalisch zum Leuchten gebracht. mawa