Freiburg. Im Freiburger Münster wird eine mittelalterliche Tradition wiederbelebt: Am 29. Oktober nimmt Weihbischof Dr. Christian Würtz das neue Freiburger Evangelistar in Dienst. Die Buchgattung des Evangelistars stammt aus dem 6. bis 12. Jahrhundert. In den prächtig bebilderten liturgischen Büchern waren die Lesungen aus der Heiligen Schrift für Festtage aufgeschrieben. Im Laufe des 13. Jahrhunderts verschwanden Evangelistare als eigene Gattung wieder. In Freiburg gibt es nun einen Neubeginn, gefördert von der Erzbischof Herrmann Stiftung.
Für die Gestaltung des neuen Freiburger Evangelistars hatte das Referat Kunst, Kultur, Kirche des Erzbischöflichen Ordinariates in den Corona-Jahren 2021/22 zusammen mit der Gemeinschaft christlicher Künstlerinnen und Künstler einen Wettbewerb ausgeschrieben. Es ging um die Bildgestaltung im Format 30 mal 25 Zentimeter. 14 Künstlerinnen und Künstler beteiligten sich mit verschiedenen Techniken. Auch der Einband wurde eigens künstlerisch gestaltet.
Eine Jury wählte die Bilder von sieben Künstlerinnen und Künstler für insgesamt zehn ausgewählte Festtage des Münsters Unserer Lieben Frau aus:
- Tobias Eder, Freiburg :
Kirchweihe des Münsters (Rendering, Print auf Hahnemühle Fine Art Papier)
- Carola Faller-Barris, Freiburg:
Hl. Dreikönige (Wachs, Papier, Ölfarbe auf Papier)
Ostern (Acrylfabe und Bleistift auf Papier)
Pfingsten (Acrylfarbe auf Papier)
Allerheiligen (Tusche und Acrylfarbe auf Papier)
- Dr. Elisabeth Nüchtern, Karlsruhe:
Verkündigung des Herrn (Acryl auf Papier gemalt)
- Hermann Rudolf Petersohn, Göppingen:
Weihnachten (Papier, Computerausdruck mit Ölkreide, Glanzvergoldung mit Gelatine)
Einbandgestaltung (Sicherheitsglas, Hinterglasvergoldung mit Gelatine, stellenweise Strukturierung des Hintergrunds mit Acrylgel, Harzölfarben mit Goldradierung)
- Anna-Maria Sprenger, Lustadt:
Mariä Aufnahme in den Himmel (Acryl, Tusche auf ausgewähltem Papier)
- Maria Cristina Tangorra, Lahr:
Hl. Petrus und hl. Paulus (Acrylfarbe und Goldpigment auf Leinwand)
- Rosemarie Vollmer, Gondelsheim:
Hl. Konrad (Tusche, Bleistift, Ölkreide auf Papier)
Die Gemeinschaft christlicher Künstlerinnen und Künstler in der Erzdiözese Freiburg wurde 1950 gegründet und ist ein Zusammenschluss von Schaffenden der bildenden, angewandten und darstellenden Kunst sowie der Literatur und Musik. Das Anliegen der Gemeinschaft ist die Pflege, der Erhalt und die Erweiterung der Kunst im religiösen Kontext.
Weitere Informationen finden Interessierte unter www.gck-freiburg.de.


















