Der Weihnachtsfestkreis

 
Weihnachten


Wir wissen, dass das Fest der Geburt Jesu Christi zumindest seit 336 n. Chr. gefeiert wird. Ab dem 4. Jahrhundert feierte man einzelne Teilaspekte aus dem Leben Jesu.  Beim Weihnachtsfest wollte man den Blick in ganzheitlichem Sinn auf Jesus und sein Werk richten: Wir feiern nicht nur seine Geburt als Menschenkind, sondern seine verborgene und unverlierbare Gottesherrlichkeit.

Gott hat sich in Jesus Christus ganz und gar auf die Welt eingelassen. „Er war wie Gott, hielt aber nicht daran fest, Gott gleich zu sein, sondern entäußerte sich, wurde wie ein Sklave und den Menschen gleich. Sein Leben war das eines Menschen. Er erniedrigte sich, war gehorsam bis zum Tod, bis zum Tod am Kreuz. Darum hat ihn Gott über alle erhöht und ihm den Namen verliehen, der jeden Namen übertrifft, damit vor dem Namen Jesu alle Mächte im Himmel, auf der Erde und unter der Erde ihre Knie beugen und jede Zunge bekennt: Jesus Christus ist der Herr zur Ehre Gottes des Vaters. (Philipperhymnus 2,6-11)

Wer das Festgeheimnis erfahren will, darf sich nicht nur sachlich über die Geburt Jesu informieren – er muss in die Nachfolge treten: „Und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1,14). Das Weihnachtsfest lädt uns ein, wie die Hirten, die zur Krippe zu gehen, zu sehen und zu staunen.


Heiligenfeste in der Weihnachtszeit


Heiliger Stephanus (26. Dezember)

Am 2. Weihnachtsfeiertag wird der erste Heilige gefeiert, der Diakon Stephanus. Er wird aufgrund seines Glaubens und Zeugnisses gesteinigt. Die Nähe dieses ersten christlichen Märtyrers zum Weihnachtsfest macht deutlich, dass Krippe und Kreuz zusammengehören.

Heiliger Johannes (27. Dezember)

Jesus hatte zu ihm ein besonderes Vertrauen. Sterbend vertraute er ihm seine Mutter an (Joh 19,26-27) Über die Zeit, in der das Evangelium und die Briefe abgefasst wurden, gehen die Meinungen auseinander. Jesus ist für das Johannesevangelium Gottes ewiges Wort, das der Welt das Leben gibt.

Fest der Heiligen Familie

Dieses Fest wurde  erst 1920 eingeführt: Viele Menschen sahen in der heiligen Familie von Nazareth ein Vorbild für alle christlichen Familien. Die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten und Rückkehr nach Nazareth die Darstellung des Jesuskindes im Tempel und  die Wallfahrt mit dem zwölfjährigen Jesus zum Paschafest nach Jerusalem sind die Evangelientexte, die - je nach Lesejahr – an diesem Fest gelesen werden.

Hochfest der Gottesmutter Maria (Oktavtag von Weihnachten)

Dieses Fest fällt heute mit dem Beginn des Jahres zusammen. Die verschiedenen Anliegen des 1. Januars dürfen im Gottesdienst zusammenkommen. (Beginn eines neuen Jahres, Hochfest der Gottesmutter Maria, Weltfriedenstag).

Epiphanie (Erscheinung des Herrn – oder auch: Dreikönig)

„Die Kirche hat dieses Fest „Erscheinung des Herrn“ im 4. Jahrhundert von den Kirchen im christlichen Osten übernommen, die am 6. Januar das Geburtsfest Christi feiern. Während an Weihnachten mehr die Geburt des göttlichen Kindes im Stall von Betlehem im Mittelpunkt steht, strahlt an Epiphanie die göttliche Größe dieses Kindes als Messias, König und Retter der Welt auf: Die Weisen aus dem Morgenland (Mt 2,1-12) kommen, beugen ihre Knie und huldigen ihm mit Geschenken: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Sie erkennen in Jesus Christus den Erlöser und Heiland.

Heute verbinden wir mit diesem Fest den Sternsingerbrauch: Viele Kinder und Jugendliche sind unterwegs, um Häuser und Wohnungen zu segnen und um Gaben für notleidende Kinder zu sammeln. An die Türen schreiben sie: 20+C+M+B+[Jahreszahl] - (Christus mansionem benedicat – der Herr segne dieses Haus).

Taufe des Herrn (3. Sonntag nach Weihnachten)

Etwa 30 Jahre nach seiner Geburt tritt Jesus in die Öffentlichkeit und stellt sich in die Reihe der Menschheit: „Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen.“ (Lk 3, 21). Und Gott bezeugt ihn: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“).

Bericht: Dr. Robert Koczy

 

 

 

 

  

Dekan Thomas Holler

Leiter der Seelsorgeeinheit

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger