Pfingsten

(50 Tage nach Ostern, Pentecoste (griech.: 50) 

 




Pfingsten kann als das Geburtsfest der Kirche verstanden werden: Die versammelten Jüngerinnen und Jünger Jesu gründen inspiriert von Gottes Geist ihre Gemeinde und treten aus der Verborgenheit in die Öffentlichkeit. Ihr Beistand und ihre Kraft ist Gottes Geist. Wie auch Jesus erfüllt war von diesem Geist, so geht dieser Geist nun auf die Menschen, die ihm nachfolgen, über.

Pfingstvigil in St. Martin 
Bezeugt finden wir dieses Geschehen in der Apostelgeschichte: Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder.  Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt … (Apg 2,1-4)

Als Vorbereitung auf das Pfingstfest hat sich in der katholischen Kirche die Pfingstnovene entwickelt. Sie geht zurück auf das neuntägige Gebet um den Heiligen Geist, wie es die Apostel und die Jünger Jesu mit Maria nach der Himmelfahrt Jesu im Abendmahlssaal praktizierten. Dem Pfingstbericht in der Apostelgeschichte 2,1–14 zufolge hatten sich die ersten Christen nach der Himmelfahrt Christi zurückgezogen und im Gebet eingeschlossen, ehe am Pfingsttag der Heilige Geist über sie kam.

Die Pfingstnovene mündet in die Pfingstvigil, eine kirchliche Nachtfeier, die besonders als Vorbereitung auf ein großes Fest gefeiert wird, und die sich durch reiche Zeichenhandlungen auszeichnet.

Mutter aller Vigilien ist die ursprüngliche Osternachtfeier. Elemente der Pfingstvigil sind Heilig-Geist-Hymnus mit einem Lichtgebet, das noch einmal die Osterkerze besingt, Lesungen, Bitten um die sieben Gaben des Heiligen Geistes, Fürbitten, Weihrauchritus, Vaterunser, Gruß an die Gottesmutter, festliches Orgelspiel.

Brauchtum

Im Vergleich zu Weihnachten und Ostern haben sich im Zusammenhang mit dem Pfingstfest verhältnismäßig wenige Bräuche entwickelt. Sie stehen im Zusammenhang mit der religiösen Bedeutung von Pfingsten, haben aber vielfach auch einen jahreszeitlichen Bezug als Frühlingsbräuche und Maibrauchtum.

Seit dem 6. Jhd. kennt man die Taube als Symbol des hl. Geistes (die Taube besitzt keine Galle und ist frei von allem Bitteren) sie ist sanftmütig … Damit verband sich der Brauch, lebendige Tauben im Kirchenschiff frei zu lassen.

Pfingstritt in Distelhausen

Im 15. Jhd. entstanden im bayerischen Wald berittene Flurprozessionen, aus denen sich vielenorts die sogenannten Flurumritte (Pfingstritte) entwickelten. Auch in Distelhausen findet jedes Jahr am Pfingstmontag ein Pfingstritt statt. 

Mancherorts hat sich das Brauchtum der Pfingstfeuer erhalten. Die lodernde Flamme gilt dabei einerseits als Symbol für den Heiligen Geist, andererseits aber auch als Zeichen der Reinigung und Erleuchtung der Gläubigen.

Bericht: Dr. Robert Koczy
  

Dekan Thomas Holler

Leiter der Seelsorgeeinheit

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger