Herz-Jesu-Fest

(Freitag der 3. Woche nach Pfingsten) 
 

Schon in der frühen Kirche gab es die Vorstellung einer aus dem Herzen Jesu hervorgehenden Kirche. Den biblischen Hintergrund für diese Vorstellung finden wir in der Kreuzigungsszene wie sie in Joh 19 berichtet wird: „Als sie aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ Ausgehend von dieser Vorstellung formte sich bis zum Mittelalter die Herz-Jesu-Frömmigkeit aus. Anselm von Canterbury, Bernhard von Clairvaux, Albertus Magnus, Franz von Assisi (Vision von San Damiano) und Bonaventura sind Zeugen der Herz-Jesu-Frömmigkeit dieser Zeit. Impulse zur Herz-Jesu-Verehrung kamen aber auch von den deutschen Mystikern des Spätmittelalters (12 – 14. Jhd.)

Die Verbreitung der Herz-Jesu-Verehrung ist vor allem den Jesuiten zu verdanken, die sich dieser Frömmigkeitsform annahmen. Die Jesuiten verbreiteten die Herz-Jesu-Verehrung besonders durch von ihnen geleitete Volksmissionen.

Schon seit dem 14. Jahrhundert in unterschiedlichsten Weisen und unter den unterschiedlichsten Bezeichnungen begangen, wird das Fest seit 1856 am dritten Freitag nach Pfingsten als Hochfest gefeiert.

Bedeutung

Die Verehrung des Heiligsten Herzens Jesu ist eine Ausdrucksform der katholischen Spiritualität. Dabei wird Jesus Christus unter dem Gesichtspunkt seiner durch sein Herz symbolisierten Liebe verehrt. Durch Papst Johannes Paul II. wurde der Akzent verstärkt auf die Barmherzigkeit Gottes gesetzt. Mit Papst Franziskus lebt dieser Gedanke wieder auf, der für 2016 zum 50. Jahrestag des 2. Vatikanischen Konzils, ein Jahr der Barmherzigkeit ausruft.

Herz-Jesu-Freitag

In innerem Zusammenhang mit diesem Fest feiert die katholische Kirche jeden ersten Freitag jedes Monats als Herz-Jesu-Freitag. Er ist ein bevorzugter Tag für die Spendung der Krankenkommunion und die Aussetzung des Allerheiligsten mit Spendung des sakramentalen Segens. Das Messbuch enthält neben den Festmessen Votivmessen zum Heiligsten Herzen Jesu.

Moderne Zugänge zu diesem eher traditionellen Fest

Es ist eigentlich schade, dass dieses Fest mit seinen doch sehr eigenen Darstellungen im Nazarener Stil in erster Linie einer eher bigotten Frömmigkeit vergangene Jahrhunderte zugeschrieben wird. „Gott ist die Liebe“ … ist die Grundbotschaft der Herz-Jesu-Frömmigkeit. Sie ist die Basis der Verkündigung Jesu und die Kernaussage des 1 Johannesbriefes. Auch moderne Frömmigkeitsbewegungen wie etwa die ökumenische Gemeinschaft von Taizé greifen diese Grundbotschaft auf und lassen sich von ihr leiten. Doch es ist nicht auszudenken, was möglich würde, wenn sich die gesamte Kirche an diesem Gott, der in vor allem und in erster Linie Liebe und Barmherzigkeit ist, leiten lassen würde …



Bericht: Dr. Robert Koczy

 

 

  

Dekan Thomas Holler

Leiter der Seelsorgeeinheit

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger