Feier der Patrozinien

In unserer Seelsorgeeinheit werden folgende Patrozinien begangen:
 

  • St. Markus, Distelhausen, (25. April)
  • St. Pankratius, Hochhausen (12. Mai)
  • St. Bonifatius, Tauberbischofsheim (5. Juni)
  • St. Vitus, Dittigheim (15. Juni)
  • St. Jakobus, Dienstadt (25. Juli)
  • St. Laurentius, Dittwar (10. August)
  • St. Martin, Tauberbischofsheim (11. November)
  • St. Nikolaus, Impfingen (6. Dezember)

Die Patroziniumsfeste in unserer Seelsorgeeinheit sind über das ganze Jahr verteilt. Jede Gemeinde feiert den Tag ihres Patrons anders, vielfach ist mit dem Fest eine Prozession oder ein Gemeindefest verbunden. 

Vor allem ältere Gemeindemitglieder erzählen auch heute noch gerne, welch hohen Stellenwert dieser Tag in der Gemeinde und auch in der Familie hatte. Oft sind an diesem Tag auswärts wohnende Familienangehörige oder Verwandte zu Besuch gekommen, Gräber auf dem Friedhof wurden besucht - der Tag hatte einen festen Platz im Ablauf des Jahres.

Nach dem Patron einer Gemeinde ist die jeweilige Pfarrkirche benannt. Manche Pfarrgemeinden haben noch weitere Kirchenpatrone, z.B. weil Vorgängerkirchen nach einem anderen Patron benannt waren.

Ein Patron ist ein Heiliger, zu dem eine Kirchengemeinde eine besondere Beziehung hat. Im Altertum waren es Märtyrer, die in der jeweiligen Kirche ihr Grab gefunden hatten. (So heißt beispielsweise die Papstkirche in Rom Kirche St. Peter, weil sie über dem Grab des Apostels Petrus steht, der als Märtyrer wegen seines Glaubens getötet worden war).

Für Kirchen ohne Märtyrergrab wählten sich die Gemeinden einen Patron und legten Reliquien von ihm in der Kirche (oft im Altar) nieder. Daraus entstand der Brauch, Kirchen und Pfarrgemeinde unter den Schutz eines Heiligen zu stellen und das alljährliche Heiligenfest als Pfarrpatrozinium besonders zu feiern. Das Patronat ist eigentlich keine kirchliche Erfindung, sondern weltlichen Ursprungs. In der Antike galten Patrone als Schutzherrn bzw. einflussreiche und fürsorgliche Männer. Im 4. Jahrhundert übertrug man dieses Verständnis auf die Märtyrer, später auf alle Heiligen.

 

Beginn des Gottesdienstes vor dem Pfarrhaus

Patrozinium St. Vitus in Dittigheim im Juni 2023


Welcher Name für eine Kirche bzw. eine Gemeinde gewählt wurde, hängt oft auch von der Nähe der Gemeinde zu einem Heiligen zusammen. Manchmal war dazu die geographische Nähe zum Wirken eines Heiligen ausschlaggebend oder auch die Aktualität seines Wirkens in einer ganz bestimmten Zeit.

Wenn eine Gemeinde heute ihr Patrozinium feiert, bringt sie damit zum Ausdruck, dass sie von Neuem Maß nehmen will an der Botschaft Jesu Christi und an der Person des jeweiligen Patrons, der in der Nachfolge Jesu stand. In diesem Sinne ist es schön, wenn an diesem Tag die Gemeinde zusammenkommt – nicht nur um Gottesdienst zu feiern, sondern auch um in Freude und Geselligkeit miteinander zu feiern. Wenn dabei die „geistliche Neuorientierung" verloren ginge, wäre allerdings der eigentliche Sinn eines solchen Festes entstellt.

In unseren Tagen wachsen die Gemeinden mehr und mehr zu größeren Einheiten zusammen. Trotzdem sollen die einzelnen Gemeinden mit ihrem jeweiligen Gepräge, mit ihren Festen, Bräuchen und Traditionen erhalten bleiben. Vielleicht kann dies auch durch eine bewusste Feier der Patronate geschehen. Und durch die gegenseitige Einladung und Mitfeier der Patroziniumsfeste über die Gemeindegrenzen hinaus könnte dies auch ein Beitrag zum Zusammenwachsen der Gemeinden werden.

 

 

  

Dekan Thomas Holler

Leiter der Seelsorgeeinheit

Dr. Robert Koczy

Pastoralreferent mit Dekanatsauftrag

Günter Stauß

Klinik- und Heimseelsorger