Darstellung des Herrn (2. Februar)
(früher:` Mariä Lichtmess´ oder auch `Mariä Reinigung´)
Vierzig Tage nach Weihnachten wird in der katholischen Kirche seit den ersten christlichen Jahrhunderten das Fest der Darstellung des Herrn, ursprünglich Mariä Lichtmess genannt, gefeiert. Das Fest nimmt Bezug auf den im Neuen Testament (Lk 2, 29-32) bezeugten Gang Mariä in den Tempel zum Zweck des im Buch Levitikus vorgeschriebenen Reinigungsopfers, denn nach biblischem Gesetz (Lev 12, 1-8) gilt die Frau nach der Geburt eines Knaben 40 Tage als unrein. Zudem wurde in jüdischer Tradition der erstgeborene Sohn in Erinnerung an die Pessach-Nacht (Ex 13,2.15) als Eigentum Gottes angesehen und ihm bei diesem Gang in den Tempel symbolisch übergeben (= dargestellt). Im Zusammenhang dieses Geschehens bezeugt die Bibel die Begegnung mit Simeon und der greisen Prophetin Hanna.
Auch wenn offiziell mit dem Fest Taufe des Herrn der Weihnachtsfestkreis endet, werden vielerorts nach alter Tradition erst mit Lichtmess die Tannenbäume aus den Kirchen geräumt und die Krippenfiguren verpackt.
Kerzenspenden zu Mariä Lichtmess
Die volkstümliche Bezeichnung Lichtmess (-messe) erklärt sich daraus, dass an diesem Tag die Kerzen für das kommende Jahr geweiht wurden. Das Licht symbolisiert Christus. Die mit nach Hause genommene Kerze wurde beim Gebet wie auch bei Unwettern angezündet. Doch auch die in diesem Jahr für den gottesdienstlichen Gebrauch bestimmten Kerzen und die Ewiglichtkerzen werden traditionell an diesem Tag gesegnet.
In diesem Zusammenhang fragen immer wieder Gemeindemitglieder, ob sie eine Kerze für die Kirche oder für den Altar stiften können. Sie soll dann in einem ganz bestimmten Anliegen brennen. So besteht in den beiden Wochen vor dem Fest „Darstellung des Herrn“ die Möglichkeit, solche Kerzen für den Gebrauch in unseren Kirchen und bei unseren Gottesdiensten zu stiften.
Wer dies tun möchte, kann an dem im hinteren Teil der Kirche aufgestellten Tisch eine oder auch mehrere Kerzen nehmen und sie zur Segnung nach Vorne tragen. Dies kann schon in den Tagen vor dem Lichtfest „Darstellung des Herrn“ geschehen, so dass die gestifteten Kerzen dann im festlichen Gottesdienst geweiht werden können. Näheres ist bei dem entsprechenden Kerzentisch beschrieben.
Blasiussegen
In den Gottesdiensten rund um Lichtmess wird in unserer Seelsorgeeinheit der Blasiussegen gespendet. Der Brauch geht zurück auf den heiligen Bischof Blasius, dessen Gedenktag wir am 3. Februar feiern. Er lebte um 300 n. Chr. in der heutigen Türkei. Damals und bis heute wurde er den Menschen zum Segen und ließ Gottes Liebe spürbar werden. Als Bischof hat er seine Kirche geleitet und in der Verfolgung dem Sohn des Gefängniswärters das Leben gerettet.
Der Spender des Segens kann ein Priester, Diakon oder ein beauftragter Laie sein. So sagt es das kirchliche Buch für Segen (Benediktionale). Entscheidend ist: Wer auch immer den Segen zuspricht – es ist letztlich Gott selbst, der segnet. Im Blasiussegen verbinden sich Dank, Bitte und Segen im Hinblick auf Krankheit und Heilung.
Der Blasiussegen ist ein Zeichen. Dahinter steckt keine „magische“ Religiosität. „Blasius ist kein Zauberer, der Halsleiden verschwinden lässt und Krankenkassen und Ärzte überflüssig macht. Der Blasiussegen macht vielmehr deutlich, dass die Erlösung, die uns Gott verspricht, Leib und Seele meint“, verdeutlicht der Münsteraner Dompropst Josef Alfers. Der Segen könne helfen, sein Leben als Geschenk Gottes anzunehmen, „auch dann noch, wenn gesundheitliche Probleme und Altersbeschwerden plagen“.
Bericht: Dr. Robert Koczy














