(40 Tage nach Ostern, 10 Tage vor Pfingsten)
Seit dem 4. Jhd. feiert die Christenheit das Fest der Aufnahme Jesu in den Himmel. „Jesus geht zum Vater“ – aus dieser volkstümlichen Deutung entstand Anfang des 20. Jhds die Idee des „Vatertags“. Christi Himmelfahrt ist indes weit mehr als „Vatertag“, der oft lautstark und bierselig gefeiert wird.
Im kirchlichen Kalender steht das Fest 40 Tage nach dem Ostersonntag. Diese 40 Tage gehen zurück auf das Zeugnis des Lukas, der in der Apostelgeschichte schreibt: „Im ersten Buch, lieber Theophilus, habe ich über alles berichtet, was Jesus getan und gelehrt hat, bis zu dem Tag, an dem er (in den Himmel) aufgenommen wurde. Vorher hat er durch den Heiligen Geist den Aposteln, die er sich erwählt hatte, Anweisungen gegeben. Ihnen hat er nach seinem Leiden durch viele Beweise gezeigt, dass er lebt; vierzig Tage hindurch ist er ihnen erschienen und hat vom Reich Gottes gesprochen.“
Sowohl das Lukas-Evangelium als auch die Apostelgeschichte berichtet, wie Jesus, nachdem er am Ostertag von den Toten auferstanden war und immer wieder mit seinen Jüngern gesprochen hatte, vor ihren Augen emporgehoben, von einer Wolke aufgenommen und ihren Blicken entzogen wurde (Lk 24, 51; Apostelgeschichte 1, 9).
Im Mittelalter ganz realistisch gefeiert – Christusfiguren wurden ins Gewölbe der Kirchen hinaufgezogen – ist es heute eher die theologische Botschaft, die im Zentrum dieses Tages steht: Jesus hat sein irdisches Dasein beendet und ist nun endgültig beim Vater. Nun ist der Mensch selbst in der Pflicht die Sache Jesu in der Welt weiter zu führen. Als Stärkung dafür verspricht Jesus die Gabe des Geistes, der liturgisch gesehen 10 Tage später beim Pfingstfest auf die Junge Gemeinde herabkommt. Damit ist Christ Himmelfahrt ein Fest des `Loslassens´ und des Vertrauens dass Jesus, auch wenn wir ihn nicht leibhaft sehen können, mit geht und da ist.
Wir bekennen dies im Glaubenbekenntnis: „…gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“.
Brauchtum
Seit dem 4. Jhd. gelten die 3 Tage vor dem Fest als `Bitttage´, an denen Bittprozessionen durchgeführt wurden (bis heute Flurprozessionen für eine gute Ernte). Ursprünglich wurde damit der Gang der Jünger nach Galiläa auf den Berg zum Sendungsauftrag (Apostelprozession) nachgeahmt (Mt 28, 16-20).
In manchen Gegenden wird an diesem Tag nur Fleisch von Geflügel (fliegendes Fleisch) gegessen.
Bis heute wird an diesem Tag die Osterkerze ausgeblasen, da Jesus jetzt nicht mehr leiblich erfahrbar unter den Jüngern ist.
Die neun Tage zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten sind die Zeit der Pfingstnovene, in der besonders um die Gaben des Heiligen Geistes gebetet wird.
Bericht: Dr. Robert Koczy













