„Kommt her und esst!“
11.04.2025 |
Leitgedanken
von Wolfgang Eitzenberger
Gemeindereferent
Die Nacht war anstrengend und dennoch erfolglos gewesen. Kein Fisch war ins Netz gegangen. So hatten sich die Jünger nach der Kreuzigung Jesu die Rückkehr in ihren Alltag wahrscheinlich nicht vorgestellt.
Das Motiv zum diesjährigen Motto der Erstkommunionaktion fängt den Moment ein, in dem der auferstandene Jesus seine Jünger einlädt: „Kommt her und esst!“ Eine Sprechblase mit diesen Worten ist nicht nötig. Das Brot in seiner rechten Hand und die einladende Geste seiner linken sprechen für sich. Einzelne Jünger haben sich bereits ans Feuer gesetzt, andere sichern gerade noch den Fischfang.
„Kommt her und esst!“ – diese Einladung Jesu öffnet den Jüngern die Augen: Es ist wirklich der auferstandene Herr, der dort in den frühen Morgenstunden am Ufer des Sees steht, reichlich ihre Netze füllt und sie zum Essen einlädt. Die Erzählung aus dem Johannesevangelium unterstreicht, dass das gemeinsame Mahl für uns Christen weit mehr als eine bloße Nahrungsaufnahme ist. Im gemeinsamen Essen geschieht Gottesbegegnung.
Da nimmt Jesus das Brot und gibt es ihnen. Auch den Fisch reicht er ihnen. In den Jüngern vertieft sich die wohlige Gewissheit, gerade mit Jesus zusammenzusitzen. Sie erkennen ihn daran, wie er mit ihnen das Brot teilt, wie er sie ansieht, sie spüren die innige Verbindung mit ihm. Er ist mitten unter ihnen. Besonders deutlich wird dies heute in der Feier der Eucharistie, in der Jesus in den Gaben von Brot und Wein mitten unter uns ist.
„Kommt her und esst!“, dieser Einladung Jesu folgen seit dem Beginn der Kommunionvorbereitung 2025 fast 50 Kinder aus unserer Kirchengemeinde – und sie feiern in den kommenden Wochen unter diesem Motto das Fest ihrer ersten heiligen Kommunion. Am Ostermontag in St. Jakobus, am Weißen Sonntag in St. Bonifatius und St. Martin, am Sonntag danach in St. Vitus mit St. Markus und in St. Pankratius mit St. Nikolaus.
Als Begleiterinnen und Begleiter sind die fast 20 engagierten Eltern aus unseren Pfarreien zu nennen, die sich der Aufgabe gestellt haben, die Kinder in den insgesamt sieben Gruppen auf dieses Fest vorzubereiten. An dieser Stelle all diesen Frauen und Männern ein ganz besonderes Dankeschön für ihr tatkräftiges und oft nicht einfaches Engagement, welches sie bei der Begleitung der Kinder bei der Weitergabe des Glaubens gezeigt haben. Und dann sind da noch all jene Eltern zu nennen, die tatkräftig und kreativ an der Mottogestaltung in den Kirchen mitgearbeitet haben; allen, die zum Gelingen dieses Festtages mithelfen – in der Vorbereitung, der Durchführung und vor allem in der musikalischen Gestaltung – von Herzen Ihnen ein herzliches Dankeschön.
Führen Sie Ihre Kinder weiter auf dem Weg zu Gott und vermitteln Sie ihnen die christlichen Werte, die sie brauchen, um im Leben bestehen zu können - denn für uns und besonders auch für unsere Kinder ist es in dieser lauten Welt immer schwerer, den Ruf Gottes „Kommt her und esst“ vernehmen zu können. Dazu brauchen unsere jungen Menschen neben den Eltern auch weitere „Jünger“ wie Geschwister, Paten und Vorbilder in der Pfarrgemeinde.
Die Buchstaben des griechischen Wortes für Fisch, ICHTYS, sind als Anfangsbuchstaben zum Bekenntnis zu Christus geworden und stehen in der deutschen Übersetzung für: Jesus Christus, Gottes Sohn, Retter. Jesus ist das Brot des Lebens. Kommt, ihr Kinder Gottes, esst. Bei mir werdet ihr gestärkt!
Diese Einladung gilt nicht nur den Jüngern. Sie gilt allen Menschen, die sich von Jesus einladen lassen. Auch dann, wenn es im Leben nicht so gut läuft. Auch dann, wenn Jesus von ihnen nicht erkannt wird.
Kommen wir zu unserem Bild vom Anfang zurück. Jesus hat bereits alles vorbereitet; die Jünger müssen nur sich selbst mitbringen. Den reichen Fischfang bekommen sie als Gastgeschenk dazu. Es sind 153 große Fische – ein wirklich großer Fang. Ein neuer „An-Fang“! Die Jünger brauchen wohl dieses Zeichen, um zu erkennen, dass Jesus mitten in ihrem Leben präsent ist. Und haben es damit etwas leichter als wir. Aber erst einmal halten sie mit Jesus Mahl. Für ihren Auftrag brauchen sie Kraft: „Geht hinaus in alle Welt und verkündet das Evangelium“. Bald werden diese Fischer als Menschenfischer die Botschaft vom Auferstandenen in die Welt bringen und ihr Boot zurücklassen.
Auch wir brauchen Mut und Kraft. Und das Mahl ist auch für uns bereitet, in Brot und Wein. Sind wir bereit, die Netze auf der rechten Seite auszuwerfen und unser Leben mit Gott zu gestalten? Keine Angst! Wir dürfen gewiss sein, Jesus ist für uns da!
Wolfgang Eitzenberger
Gemeindereferent


