Impfinger Kreuzweg eingeweiht

26.09.2025 | Abschluss der umfangreichen Renovierungsarbeiten

Alle Mühen haben sich gelohnt. Der Kreuzweg entlang der Hohenstraße erstrahlt in neuem Glanz.

Eine Andacht im Friedhof und ein Helferfest im Pfarrheim bildeten den Abschluss der umfangreichen Renovierungsarbeiten. Der Impfinger Kreuzweg ist fast 150 Jahre alt. 1884 wurden vierzehn gusseiserne Kreuzwegstationen mit einem Abschlusskreuz aus Holz errichtet. Der Weg beginnt an der Friedhofskapelle und führt hinauf bis zum Wohnplatz Hohenstraße. Über den Urheber ist nichts bekannt. Die Kreuzwegstationen soll eine Firma aus dem Würzburger Raum gegossen haben, welche auch die gleichartigen Stationen des naheliegenden Kreuzweges zur Wallfahrtskapelle Liebfrauenbrunn bei Werbach angefertigt hat. Der Impfinger Freilandkreuzweg steht unter Denkmalschutz.
 
Bei der Andacht im Friedhof spendete Pfarrer Holler den kirchlichen Segen zur Wiedereinweihung der Kreuzwegstationen.
Der Zahn der Zeit hatte den Kreuzwegstationen ziemlich zugesetzt. Die Renovierung erwies sich deshalb als eine recht aufwendige Angelegenheit. Die gusseisernen Stationen mussten abgenommen werden. Die zum Teil nur noch rudimentär vorhandene Bemalung wurde rekonstruiert. Betonierte Sockel sorgen jetzt für Standfestigkeit. Von „unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden“ der vielen Helfer berichtete Elisabeth Heid. Die Vorsitzende des Kirchenbaufördervereins ließ die Renovierung Revue passieren. Der Startschuss erfolgte vor rund eineinhalb Jahren, als die Bildtafeln abmontiert wurden. Viele Samstage opferten die Helfer, um den Boden an den jeweiligen Stationen herzurichten. Erde musste bewegte, Steine und Material herbeigeschafft werden. „Wegen der Hanglage war für jede Station eine individuelle Lösung gefragt“, erklärte Heid. Die Hilfsbereitschaft hat einen schönen Nebeneffekt. „Weil sich so viele beteiligt haben, hat das die Dorfgemeinschaft gestärkt“, zeigte Heid sich überzeugt. Einen Helfer hob sie besonders hervor: Klaus Kuhngamberger. „Ohne ihn wäre dieses Vorhaben nicht umsetzbar gewesen“, betonte sie. Mit kreativen Ideen, handwerklichem Geschick und unermüdlicher Ausdauer habe er dem Projekt zum Erfolg verholfen.
 
Auch finanziell hat der Kirchenbauförderverein die Renovierung unterstützt. 15.000 Euro steuerte er bei. Die vielen Arbeitsstunden sind, so Heid, dagegen unbezahlbar. „In Impfingen haben wir viele tolle Menschen, die sich uneigennützig für die Gemeinde und ihre Belange einsetzten“, sagte sie voller Stolz.
„Uns Impfingern ist der Kreuzweg mit seinen Stationen sehr wichtig“, betonte Ute Werr vom Stiftungsrat der Pfarrgemeinde St. Nikolaus. Sie dankte dem Ortschaftsrat und den Mitarbeitern des städtischen Bauhofes, die die Renovierungsarbeiten ihren Angaben zufolge tatkräftig unterstützt haben. Dank und Anerkennung sprach sie auch Restaurator Michael Bronold aus. Seiner Fachkompetenz sei es zu verdanken, dass die Kreuzwegstationen in leuchtenden Farben erstrahlen. Voll des Lobes war Werr für das Erzbischöfliche Bauamt: „Die Verantwortlichen in Heidelberg haben uns einen großen Vertrauensvorschuss gewährt und machen lassen.“ Gemeinsam habe man eine sehr gute Lösung gefunden.
 
Als „Zeugnis der Kultur, schönes Kunstwerk und Monument des Glaubens“ bezeichnete Pfarrer Thomas Holler den renovierten Kreuzweg. Wer ihn betend absolviere, werde ermutigt, im Glauben durch das Leben zu gehen. Holler verwies auf die trostreiche Botschaft des Kreuzweges: „Wer zum Kreuz aufschaut, erkennt, dass Gott mit den Menschen leidet.“ Das Kreuz weise aber auch über den Tod hinaus. „Christus ist auferstanden und uns ins ewige Leben vorausgegangen.“

Viele haben zur gelungenen Renovierung beigetragen (von links): Thomas Breunig von der kirchlichen Verrechnungsstelle, Pfarrer Thomas Holler, Restaurator Michael Bronold, Elisabeth Heid vom Kirchenbauförderverein, Klaus Kuhngamberger und Ute Werr vom Stiftungsrat
 
Bei der Andacht im Friedhof spendete Pfarrer Holler den kirchlichen Segen zur Wiedereinweihung. Der Gesangverein „Eintracht“ mit Chorleiterin Stefanie Buck-Neuhäuser sorgte für die musikalische Gestaltung. Im Anschluss hatte das Gemeindeteam ein Helferfest im Pfarrheim organisiert.
feu/Bilder: Feuerstein